• Die Überarbeitung meines Romans, Fluch oder Segen?

    Die Überarbeitung meines Romans, Fluch oder Segen?

    Die Überarbeitung eines Romans ist für viele Autoren der schwierigste Teil des Schreibprozesses – und gleichzeitig der wichtigste.  

    Manche empfinden sie als Fluch, andere als Segen.  

    Eines ist jedoch unbestreitbar, ohne Überarbeitung kommt man nicht aus. Heute möchte ich dir erzählen, wie ich diesen Schritt für mich erlebt habe.

     Warum Überarbeiten unvermeidlich ist

    Für viele Autoren ist das Überarbeiten eine mühsame, nervige und zeitraubende Angelegenheit.  

    Dem kann ich nur zustimmen.

    Und trotzdem: Es führt kein Weg daran vorbei. Wahrscheinlich ist es sogar einer der entscheidendsten Schritte auf dem Weg zum fertigen Roman.

    Selbst wenn man typische Fehler vermeidet, wie ich sie in meinem Beitrag:

    Die drei größten Fehler beim erstellen meines ersten Romans

    beschrieben habe, bleibt die Überarbeitung ein fester Bestandteil des Prozesses.

    Nachdem ich meinen Rohentwurf noch einmal komplett neu geschrieben hatte, ging es also auch für mich ans Überarbeiten.

     Wenn der eigene Text plötzlich fremd wirkt

    Als ich meinen Text erneut las und genauer unter die Lupe nahm, wurde mir schnell klar:  

    Hier gibt es noch eine Menge zu tun.

    Ehrlich gesagt war ich zunächst schockiert.  

    Ich hatte gehofft, dieser Schritt würde weniger aufwendig und weniger zeitintensiv sein.  

    Falsch gedacht.

    Die Struktur passte nicht, einzelne Handlungsabschnitte griffen nicht sauber ineinander.  

    Logikfehler hatten sich eingeschlichen, einige Szenen waren schwer verständlich.  

    Die Figuren wirkten stellenweise blass, Dialoge holprig, und manche Beschreibungen waren unnötig kompliziert.

    Kurz gesagt: Ab diesem Moment begann die eigentliche Arbeit.

    Der Fluch des Überarbeitens

    Kennst du das Gefühl, am liebsten alles hinschmeißen zu wollen?

    Mein erster Impuls war genau das: Flucht.  

    Den Text beiseitelegen, etwas Neues anfangen, einfach weg davon.

    Doch das wäre keine Lösung gewesen. Also blieb nur eines: dranbleiben.

    Warum mir all diese Schwächen nicht schon beim Schreiben aufgefallen sind?  

    Die Antwort ist eigentlich ganz einfach:

    Unser Gehirn arbeitet nicht gleichzeitig kreativ und analytisch. Entweder lassen wir die Gedanken frei fließen – oder wir betrachten den Text mit Abstand und prüfen ihn kritisch.

    Beides gleichzeitig funktioniert nicht, zumindest nicht besonders gut.

    Und genau deshalb reicht es nicht, eine Geschichte einfach nur zu erzählen.  

    Sie muss auch verständlich, stimmig und flüssig sein.

    Erst wenn beim Lesen Bilder im Kopf entstehen und der Leser in die Geschichte eintauchen kann, bin ich zufrieden.

    Der Segen des Überarbeitens

    So anstrengend dieser Prozess auch sein kann, er hat eine entscheidende positive Seite.

    Erst durch ihn bekommt der Text seine eigentliche Form.

    Ein Roman ist wie ein Rohdiamant. Erst durch den Schliff beginnt er zu glänzen.

    Und genau das passiert beim Überarbeiten.

    Es sind diese kleinen Momente, in denen plötzlich ein Satz passt.  

    Ein Absatz rund wird.  

    Oder genau das richtige Wort seinen Platz findet.

    Dann beginnen Figuren lebendig zu wirken.  

    Handlungen werden nachvollziehbar.  

    Der Text bekommt einen Rhythmus.

    Und plötzlich fühlt sich alles stimmig an.

    Manchmal kam ich mir dabei vor wie Sisyphus, der seinen Stein immer wieder den Berg hinaufrollt.  

    Mit einem Unterschied:  

    Ich hatte das Gefühl, dem Gipfel Schritt für Schritt näherzukommen.

    Fazit

    Egal, wie man es dreht, oder wendet, die Überarbeitung gehört dazu.

    Für mich ist sie inzwischen kein notwendiges Übel mehr, sondern ein unverzichtbarer Teil des Schreibens geworden.  

    Denn der Rohentwurf ist nur der Anfang. Die eigentliche Geschichte entsteht erst danach.

    Wie ist das bei dir?  

    Achtest du beim Lesen eines Buches auf solche Feinheiten – oder tauchst du einfach in die Geschichte ein?

    Schreib mir deine Gedanken gerne in die Kommentare. Ich freue mich darauf!

    Und wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne oder erzähle anderen davon. 😉

    PS: Falls du neugierig bist, was am Ende dieses Prozesses entstanden ist:  

    Meinen Regionalkrimi Karambolage im Green Table findest du überall dort, wo es Bücher gibt.  

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    Mit den besten Grüßen  

    dein David

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