• Der erste Entwurf ist meistens Mist – erste Lektionen

    Der erste Entwurf ist meistens Mist – erste Lektionen

    Dass der erste Entwurf einer Geschichte meist nicht besonders viel taugt, ist keine neue Erkenntnis. Dabei war ich lange überzeugt, dass mir das nicht passieren würde. Ich dachte, mit genügend Sorgfalt ließe sich dieses Schicksal umgehen. Warum ich mich am Ende, beim Romanschreiben, dennoch verzettelt habe, davon erzähle ich dir heute! 😊 

    Aller Anfang ist schlicht — die Idee für meinen Roman- 

    Am Anfang wollte ich die Geschichte um Paul Silver – wie er später heißen sollte – bewusst einfach halten. Ein Überfall, eine Rettung und die Erkenntnis, dass dieser Überfall kein Zufall war. 

    Doch schon bald wurde mir klar: Für eine runde Geschichte reicht das nicht. Damit lässt sich noch kein Roman füllen. Das Motiv musste klarer werden, eine Liebesgeschichte sollte stärker in den Vordergrund rücken, Freundschaften wollten mit Leben gefüllt werden. Und als weitere Zutat wollte ich noch das Billardspiel und seine Regeln zum Thema machen. 

    Der erste Rohentwurf: Wenn zu viele Ideen miteinander kollidieren  

    Du ahnst es wahrscheinlich schon: In meiner ersten Version wollte ich schlicht zu viel. Vor allem versuchte ich, zwei Themen miteinander zu verbinden, die nicht gut zusammenpassen,– zumindest dann nicht, wenn beide gleich viel Raum einnehmen sollen.

    Am Ende war nicht mehr klar, ob ich einen Kriminalfall erzählte oder doch eher einen Billardratgeber verfasste.

    Hinzu kam, dass das Motiv meines Antagonisten nicht wirklich glaubwürdig war.

    Kurz gesagt: Ich hatte mich gründlich verzettelt. 

    Die Korrektur: Warum ich das Manuskript neu geschrieben habe 

    Dass ich mich verrannt hatte, wurde mir allerdings erst bewusst, als der Rohentwurf abgeschlossen war. Erst mit etwas Abstand erkannte ich, dass die Geschichte so nicht funktionieren konnte.

    Statt nun mühsam an einzelnen Stellen herumzudoktern, entschied ich mich für einen radikalen Schritt: Ich schrieb alles noch einmal neu.

    Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht. Aber alles andere hätte keinen Sinn ergeben. Manchmal ist es besser, neu anzufangen, als ewig an etwas herumzubasteln.

    Zum Glück fand ich ein stimmigeres Motiv für meinen Antagonisten, und damit bekam die gesamte Geschichte eine neue Richtung. Das Thema Billard wurde stark reduziert, ebenso die Liebesgeschichte, die schließlich in die Nebenhandlung rückte. 

    Kein Stein blieb auf dem anderen 

    Am Ende entstand ein Roman, der mit dem ursprünglichen Rohentwurf nur noch wenig gemeinsam hatte. Abgesehen von der Grundidee hatte sich fast alles verändert.

    Die Namen der Figuren, die zeitliche Einordnung der Geschichte – nichts blieb, wie es war. 😉

    Die wichtigste Erkenntnis aus meinem Schreibprozess 

    Was ich daraus gelernt habe: Man sollte sich früh klar machen, welche Geschichte man erzählen möchte und welche nicht. Denn wie bei einem guten Cocktail kommt, es auch beim Romanschreiben nicht nur auf gute Zutaten an, sondern vor allem auf das richtige Mischungsverhältnis! 

    Aber vor allem: Die wahre Geschichte entsteht oft erst in der Überarbeitung des Manuskripts! 

    Mit all diesem Wissen ist inzwischen mein Roman: 

    Karambolage im Green Table

    entstanden. Eine, wie ich finde, runde Geschichte. Dabei habe ich sehr darauf geachtet, dass alle notwendigen Zutaten vorhanden sind, aber auch das Mischungsverhältnis stimmt. 😉 

    Hier geht es zu meinem Regionalkrimi und allen anderen veröffentlichten Büchern.

    War das für dich interessant? Schreibst du selbst und hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? 

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